Versteigerungsdaten/Terminsbestimmung
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll am Donnerstag, 23. April 2026 um 15:00 Uhr folgender Grundbesitz im Amtsgericht Rottweil, Sitzungssaal 31, Königstraße 20, 78628 Rottweil öffentlich versteigert werden:
Lfd. Nr. 1: 1/2 Anteil an Einfamilienhaus - Verkehrswert: 35.000,00 €
Lfd. Nr. 2: 1/2 Anteil an Einfamilienhaus - Verkehrswert: 35.000,00 €
Gesamtverkehrswert: 70.000,00 €
Vollständige Versteigerungsdaten zu diesem Verfahren entnehmen Sie bitte der amtlichen Bekanntmachung.
- Verkehrswert
- 70.000,00 €
- Versteigerungstermin
- 23.04.2026, 15:00 Uhr
- Aktenzeichen
- K 19/25
- Versteigerungsart
- Zwangsversteigerung
- Wertermittlungsstichtag
- 14.11.25
- Besichtigungsart
- Innen- und Außenbesichtigung
- Wertgrenzen
- gelten
Objektdaten
- Objekttyp
- Einfamilienhaus
- Wohnfläche
- 130 m²
- Grundstücksfläche
- 149 m²
- Heizungsart
- Ofen
- Objektzustand
- sanierungsbedürftig
- Baujahr
- 17. Jahrhundert
- Verfügbarkeit
- leerstehend, seit ca. 5 Jahren nicht bewohnt
Objektbeschreibung
Bei dem Versteigerungsobjekt handelt es sich um ein denkmalgeschütztes Einfamilienhaus.
Besichtigung
Das Objekt wurde am 14.11.2025 nach schriftlicher Einladung besichtigt. Ein talseitiger Kellerraum im 2. Untergeschoss war nicht zugänglich. Die Bewertung erfolgte auf Grundlage der Inaugenscheinnahme sowie von Unterlagen, da keine Bauakte vorhanden war.
Gebäude
Das Einfamilienwohnhaus wurde laut Denkmalliste im 17. Jahrhundert erbaut und steht unter Denkmalschutz. Es besteht aus einem 1. und 2. Untergeschoss, Erd- und Obergeschoss, einem nicht ausgebauten Dachgeschoss sowie einem Dachspitz. Überschlägig weist das Wohnhaus eine Wohnfläche von 130 m³ auf. Das Gebäude ist giebelständig zur Straße ausgerichtet und weist einen für das 17. Jahrhundert typischen Fachwerkcharakter auf. Die Bauweise vereint massive Natursteinkeller mit Fachwerk im Erd- und Obergeschoss.
Über dem massiven Erdgeschoss findet sich ein Fachwerkvollgeschoss – das Fachwerk ist teilweise als Sichtfachwerk ausgeführt, insbesondere an der Traufseite. In der Dachkonstruktion wurden Pfettendächer mit liegenden und stehenden Bünden verwendet, der Dachspitz ist nur über eine Holzleiter erreichbar. Die Konstruktion und das Erscheinungsbild sind durch verschiedene Risse, Schräglagen von Decken/Wänden und starke Holzschädigungen im Fachwerk geprägt. Es finden sich Nagekäferbefall im Dachbereich sowie Feuchteschäden und Rückstände im gesamten Haus (z. B. Risse im Sockel, beschädigte Schwellen). Die lichte Raumhöhe ist in den Hauptgeschossen meist unter 2,30 m, was nach heutiger Bauordnung zu niedrig ist.
Insgesamt entspricht die Grundrissgestaltung nicht mehr den heutigen Wohnbedürfnissen. Die Nutzung war zuletzt ausschließlich zu Wohnzwecken. Die Räumlichkeiten sind eng, funktional eingeschränkt und erfordern eine umfassende Kernsanierung, insbesondere zur Wohnnutzung. Aufgrund des Denkmalschutzes gilt Bestandsschutz, jedoch müssen Sanierungsmaßnahmen mit der Denkmalbehörde abgestimmt werden. Das Haus wurde seit etwa fünf Jahren nicht mehr bewohnt und ist aktuell leerstehend. Der allgemeine Gebäudezustand ist nach augenscheinlicher Beurteilung mangelhaft.
Nutzung
Zum Wertermittlungs-Stichtag war das Objekt leerstehend. Eine Vermietung oder Nutzung lag nicht vor.
Ausstattung
Dachform: Pfettendach, Dacheindeckung mit Tonziegeln, keine erkennbare Wärmedämmung, Dachrinnen aus Kupferblech
Heizung & Warmwasser: Öl-Einzelöfen (Erd- und Obergeschoss), Küche im EG mit vermutl. nicht funktionsfähigem Wandgerät, Warmwasser über einzelne Elektroboiler im OG, Heizöllager 2x 1.000 l, keine Zentralheizung, keine zeitgemäße Dämmung
Elektroinstallation: Stand 1980, mit FI-Schalter
Böden: Parkett, Holzdielen, PVC, Fliesen, teilweise kein Bodenbelag (OG Flur/WC), Abstellräume mit Holzboden oder Betonboden, aufgefundene Textilbeläge
Fenster: Holzverbundfenster (teilweise mit Sprossen), vereinzelt Fenstertür zum französischen Balkon, keine Rollläden, im OG teilweise noch Holzklappläden gelagert, keine Sicherheitsverglasung
Sanitärausstattung: EG-Bad mit Wanne und Waschbecken, WC fehlt/demontiert; OG-Bad mit Wanne, WC, Waschbecken, raumhoch gefliest, Anschlüsse stillgelegt; OG-WC rückgebaut
Türen: Holzfurniertüren, teilweise verglast, im OG lackierte Holzfüllungstüren
Sonstiges: Mauerwerksrisse, Feuchteschäden, Fraßspuren im Holz (Nagekäfer), Müll im Haus, Instandhaltungs- und Modernisierungsbedarf, keine energetische Sanierung erfolgt
Lage
Schiltach, Landkreis Rottweil, Baden-Württemberg, ca. 3.509 Einwohner
Das Bewertungsobjekt befindet sich zentral in der Altstadt von Schiltach, einem anerkannten Luftkurort im oberen Kinzigtal im Mittleren Schwarzwald. Umgeben ist die Immobilie von denkmalgeschützten Ein- und Zweifamilienhäusern mit wenig Durchgrünung. Das Wohnumfeld wird durch die historische Altstadt geprägt, die Erschließung erfolgt über die ruhige Schlossbergstraße mit geringem Anwohnerverkehr. Parkmöglichkeiten bestehen nur auf einem schmalen Streifen am Grundstück; ansonsten überwiegend kostenpflichtig im Umfeld.
Kindergarten (ca. 600 m), Grund- und Werkrealschule (ca. 1,8 km), Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf (ca. 230 m), Apotheke, Ärzte, Bushaltestelle (ca. 210 m) und Bahnhof (ca. 350 m) sind gut erreichbar. Weiterführende Schulen befinden sich im Nachbarort Schramberg.
Das Grundstück umfasst 149 m², ist rechteckig zugeschnitten und fällt zur Talseite stark ab (Höhenunterschied ca. 17,5 m). Die Erschließung erfolgt über die Straße. Es ist kein Bewuchs beschrieben, außer einer Hecke und partieller Einfriedung. Eine Hochwassergefährdung besteht nicht.
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